„Schreib für dich, schreib für mich“

Wir veröffentlichen hier sehr gerne Ihre Gedanken, Gedichte, Geschichten und Lebensweisheiten. Ihre Beiträge senden Sie bitte mit Ihrem Namen an ulli.schweiger@inode.at. Sehr gerne veröffentlichen wir „Ihre Schätze“ auch anonym.

Waldfee, 17. Oktober 2020

„Indem ich für mich schreibe,
ist vielleicht auch einiges für dich dabei.
Ich wollte dir heute einen Brief schreiben,
liebes ICH.
Du und ich, wir sind ein Team.
Ich gebe dir die Hand, wir zwei gehen oft durch
diese oft so mühsame Zeit.
Aber wir haben ja einander, vergiss das nicht.
Vergiss nicht, dass durch dieses komische Virus
auch gute Seiten zum Vorschein kommen.
Ich werde bewusster, ich nehme mein kleines Ich wahr,
ich besinne mich auf mich, denn die Zeit ist jetzt dafür da.
Ich denke nach, was ich nicht unbedingt brauche,
um Ressourcen zu sparen, damit unser schöner Planet
durchatmen kann.
Ich habe die Zeit um mein Zuhause neu kennen zu lernen.
Wir sind so vernetzt, durch alle möglichen Medien, so ist der Kontakt im Sozialen Netz auch möglich.
Also lassen wir uns nicht entmutigen durch die täglichen angstmachenden Schlagzeilen.
Wir verlieren dadurch oft den Blick auf das Wesentliche,
auf den Blick um das Schöne um uns herum.
Darum sei stark, verlier den Mut nicht, fange an,
den Tag mit Zuversicht enden zu lassen.
So können wir die Welt zu einen besseren Ort machen.
„Ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit dem 1. Schritt.
Umarme dich und dein Inneres Kind, Du bist nicht allein,
wir sitzen alle im gleichen Boot.
Also los, gehen wir es an.“
Dein schreibendes ICH

 

Über Zug und Schiff
verfasst von BaHe in NY 1983-1989

Und so gehen die Tage vorbei, unaufhaltsam und rasend schnell.
So, wie die Lichter eines vorbeifahrenden Zuges.
Und wenn ich daran denke, dass dieser Zug auch einmal zum Stehenbleiben kommt
… so erschreckt mich das.
Mein Wunsch ist, niemals stehen zu bleiben!
Nur manchmal eine Rast … jene tut wohl.
Lieber wäre mir aber sowieso ein Schiff.
Weil am Ende dann, läuft man in einen Hafen ein. In einen Hafen der Sicherheit.
Ein Zug bleibt nur stehen, am letzten Bahnhof.
Ein Schiff läuft ein und schwimmt DOCH weiter.

 

Realität
verfasst von BaHe in NY 1983-1989

Realität mag ich nicht.
Realität ist kalt.
Realität ist Tatsache.
Realität ist, wenn ich Geld hätte.
Ich mag Geld nicht.
Realität macht Menschen zu Maschinen.
Realität ist, dass ich die Maschinen verloren habe.
ICH KANN REALITÄT NICHT AUSSTEHEN!!!!

 

Liegengelassen
verfasst von BaHe in NY 1983-1989

Manchmal lasse ich meine Gedanken liegen,
einfach so,
aufgeschrieben auf ein Blatt Papier,
damit du sie lesen kannst.
Sie liegen am Tisch
neben der Abwasch
im Kühlschrank
auf dem Bett
am Kaminsims.
Überall
und
einfach so.
Nur …
in deine Hände sind sie noch nicht geraten.

 

April 2020 – verfasst von Sabine Taucher

Wir steh’n noch immer still und stad‘
sehr vielen ist schon länger fad,
man weiß – mit soviel Freizeit – leider
kommt man auf Ewig auch nicht weiter .

Viele drängt es schon hinaus,
Zuhause hält man’s nicht mehr aus.
Doch immer noch heißt’s – bitte warten –
man soll – bis höchstens – in den Garten.

Sozialkontakte sind zu meiden,
sehr viele auch darunter leiden.
Einkauf – Arzt und Apothek‘
soll’n sein zur Zeit die einz’gen Weg.

Arbeit – Schule und bla bla
dafür sind jetzt Computer da.
Vater – Mutter und auch Kind
lang im Home-Office schon sind.

Gespräche nur am Telefon
manche hab’n auch Video schon.
Das mindert wohl den großen Schmerz
und gibt’s Gefühl und etwas Herz.

Frisör – Kosmetik – Kunst – Kultur
für alle gibt’s Verluste nur,
Cafe – und Wirtshaus – auch Hotel
keiner öffnet jetzt so schnell.

Wie lang’s noch dauert weiß man nicht
für Pandemien war’n wir nicht g’richt.
Man kann nur schau’n und forschen – hoffen,
denn es hat die ganze Welt getroffen.

Es ist die Zeit um zu Besinnen
vielleicht auch zum ganz Neu beginnen.
Niemand hätt‘ sich je gedacht,
dass ein Virus alle fertig macht.

 

16.4.2020 – verfasst von Siegi

G’sund
…leb’n
…bleib’n
…und do bleib’n, um zu verweil’n

 

Ein paar Zeilen zum Thema – 4/2020 – verfasst von einer Mariazellerin

Vereinzöd siach i Leit marschier’n,
alla – net zwa – koa Gruppn.
Des tuat uns jetzt die Zeit diktier’n,
stillschweigend tuat ma’s schlucken.

No nia woa Zö so menschenleer,
so einsaum und verloss’n.
No net amoi a Mietzekotz,
streicht über’d leere Goss’n.

Ois is og’sperrt durch die Baunk,
die Schui, die Oarbeit, Feste.
Nix is mehr wias vorher woar,
des is für olle s’Beste.

Von fruah bis spot, in gaunzn Tog,
imma neiche Fakt’n.
So vü krank und vüle tot,
drum trogt a jeda Mask’n.

Vorm Mund, ois Schutz vor böse Viren,
a d’Nosn guat bedeckt.
Ma wü jo wirklich nix riskier’n,
auf das s’Virus boid varreckt!

 

2 Aphorismen von BaHe – verfasst ca. 1985

Der Schrei nach dir
aus meinen sehnsuchtsvollen Wünschen
ist unglaublich laut.

So dämpfe ich den Schrei.

Aber vergehen?

Wird er nie.

 

 

Frauen sind wie Mäntel.
Wenn man sie anzieht, halten sie einen warm.

 

Mundartgedicht – 9.4.2020 – verfasst von einer Mariazellerin

A Swimmingpool – der muas jetzt her,
wei eingschrenkt is da Flugverkehr.
Drum bau i eam do drüm ins Eck‘,
des Platzl is jo wirklich nett.
Die Zeit is guad, des Wetter schen,
do tuat jo glei wos weitergehn.

Wenn er daun fertig – sapperlot,
steig i in’d Bodhos’n gaunz flott.
Moch an Köpfla in die Flut,
wos glaubt’s denn ihr, wie guad des tut.

 

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